Die Krise in der Schule. Die Krise mit der Schule.

Schaumonito - Überparteiliches Netzwerk für kindergerechte Schulen

Stresstest der Maßnahmen zum Ausgleich sozialer Benachteiligung.

Sichtweisen zum e-learning einer Lernbegleiterin

Niemand von uns war auf so eine Situation vorbereitet. Der sozialpolitische Anspruch an Schule als Gesellschaftsprojekt ist, neben Bildungserwerb, das Ausschöpfen des Potenzials jedes/r einzelnen Schüler*in sowie mit entsprechender Förderung, die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, mit denen jedes Kind in die Schule kommt, auszugleichen. Das heißt, die Chancen auf Bildungserwerb nicht von schichtspezifischen unabhängiger zu machen.

Die soziale Benachteiligung einiger Gruppen liegt derzeit auf dem Präsentierteller. Mehr denn je hängt schulisches Arbeiten von der Bereitschaft und den Möglichkeiten des familiären Umfeldes ab.

Die jetzige Situation zeigt noch klarer die unterschiedlichen Möglichkeiten der unterschiedlichen sozialen Schichten auf.

Entlastende und unterstützende Situationen für Schüler*innen, wie Jugendzentren oder ein Besuch bei Freunden oder unterstützenden Nachbarn sind in der derzeitigen Lage nicht möglich.

Die Situation für Schüler*innen mit besonderen Förderbedarf (SEF- oder ASO-Lehrplan) ist noch schwieriger geworden, denn die direkte Kommunikation, die für den Lernfortschritt der Schüler*innen wichtig ist, fällt weg. Sinnes-Schulung über Video geht nicht.

Manche Familien erreicht die Schule nicht mehr. Warum, das wissen wir nicht, vielleicht aus Angst und Verunsicherung? Vielleicht hatten wir im Normalbetrieb schon nicht wirklich einen Zugang zu diesen Schüler*innen?

Die Entscheidungen, wann und wie die Schulen geöffnet werden, ist eine Abschätzung der Pandemie -Lage und weniger die der Bildungspolitik.

Sozialpolitisch können wir aus dieser Situation aber etwas lernen:

Ich sehe für jetzt, aber auch für den „Normalfall Schule“, vermehrt die Notwendigkeit Sozialarbeiter*innen einzusetzen. Diese müssen niederschwelliger als das Jugendamt, einsetzbar sein und unterstützend bezogen auf den Bildungserwerb tätig werden können.

Die sozialen Probleme brauchen in Zukunft wesentlich mehr Unterstützung, denn diese Unterstützung ist für ein funktionierendes Lernen unabdingbar notwendig.

Schon jetzt zeigt sich im e-learning -Alltag für mich als Lernbegleiterin, dass ich entweder Unterricht organisieren kann (und das braucht Zeit, da ich meine gewohnte Vorbereitungsroutine verlassen muss) oder mit gestressten Erziehungsberechtigten, deprimierten oder unterstützungsbedürftigen Schüler*innen oder Kolleg*innen telefonieren oder video-chatten kann. Gleichzeitig unerreichbaren Schüler*innen hinterher zu telefonieren ist kaum möglich.

Meine Forderung für die Zukunft ist: Schulische Sozialarbeiter,*innen die an den Schulen arbeiten, um bedürftige Familien und deren Kindern zu unterstützen, damit sie am Bildungsangebot teilhaben können. Wichtig sind Sprachkompetenzen der Sozialarbeiter*innen in den verschiedenen Sprachen der Familien, damit die Familien die Angebote verstehen und auch gut nehmen können. 2.0-Förderung klingt gut, erreicht aber die Zielgruppen nicht individuell genug.

Laptops für die, die sie brauchen, sind wichtig. Dies löst nicht das Problem, dass die Schüler*innen vielleicht noch keine Kompetenz zur Nutzung haben, aber ohne haben sie nicht die Chance die Kompetenz zu erwerben.

Also ja, jedem/r seinen/ihren Laptop. Es ist eine Investition in die mögliche Zukunft.

Unbedingt notwendig für meine momentane Arbeit mit den Schüler*innen wäre eine funktionierende Plattform für das e-learning, die mein Arbeitgeber bereit stellt.

E-learning-Grüße Dipl.päd. Martina Mazal

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