Vernetzungskonferenz „Bildung“

Vernetzungskonferenz „Bildung“

Als Mitveranstalter*in dürfen wir euch auf die Vernetzungskonferenz Bildung hinweisen und recht herzlich einladen!

Samstag |17.2.2018 | ab 11.00 | Haus der Begegnung 20 | Raffaelgasse 11-13 /Nähe U6 Jägerstrasse

Die Regierung hat große Pläne im Bildungswesen, die allerdings eher an die verstaubten Modelle des 19. Jahrhunderts erinnern: Notenpflicht, mehr Prüfungen, Staatsbürgerkunde und Wirtschaftsorientierung statt Geisteswissenschaften und musische Fächer, Bundesheer an die Schulen, Strafen fürs Schwänzen und Nicht erbringen der geforderten Leistung, Mehrarbeit für Lehrende, Aufnahmebedingungen und Aufnahmeprüfungen, Ausgrenzung statt Inklusion, Studiengebühren und vieles mehr. Schuldemokratie, ausreichend finanzielle Mittel und v.a. die Frage, wie es den betroffenen Menschen im Bildungswesen eigentlich geht, interessiert sie hingegen weniger. Im Gegenteil ist das große Sparen angesagt. Die Betroffenen – SchülerInnen, Studierende, Lehrende und Eltern – werden nicht gefragt. Doch um uns geht es. An einigen Bildungseinrichtungen haben sich bereits Menschen zusammen gefunden, die diese Rückschritte nicht hinnehmen wollen.

Darum laden wir ein zur „Vernetzungskonferenz Bildung“ – wir, dass ist das Komitee #lernegerne von SchülerInnen, Eltern und Lehrenden an der ILB in Wien. Doch wir werden mehr…. Was wollen wir dort machen? Informationen austauschen, Strukturen aufbauen um die Rückschritte zu verhindern und Aktionen planen. Wir freuen uns auf deine Mitarbeit auch schon bei der Vorbereitung! Wir freuen uns über zahlreiche TeilnehmerInnen: SchülerInnen, Studierende, Lehrende, Eltern und andere Menschen, die im Bereich Bildung aktiv sind. Bitte melde dich an, wenn du kommen willst. Bitte melde dich bei uns, wenn du bei der Vorbereitung (z.B. für einen Arbeitskreis) etwas einbringen kannst!

https://www.facebook.com/events/203753010177165/

Forderungen an die Bundesregierung

1.    Für eine gemeinsame Schule der 10-15 Jährigen

 

Nur ein Konzept der „gemeinsamen Schule“ kann die Kluft zwischen sozial benachteiligten Kindern und sozial privilegierten Kindern verringern. Die „Erhaltung der AHS“ im Sekundarbereich I zementiert die bestehende Kluft. Auch das neue, gemeinsame Lehrer*innendienstrecht und die neue, gemeinsame Lehrer*innenausbildung sprechen gegen die Trennung in NMS und AHS.

 

 

 

 

2.  Für eine inklusive Schule ALLER Kinder

 

Zum Konzept der „gemeinsamen Schule für ALLE“ im Sinne der Inklusion gehört die Auflösung von Sonderschulen. Der Ausbau der Integration sowie der Ausbau von Schwerpunktschulen, die sich einerseits spezialisieren andererseits öffnen, sollten die Modelle der Zukunft für alle Kinder sein. Die „Erhaltung der Sonderschule“ zementiert Ausgrenzung und Segregation.

 

 

 

 

3.  Schulautonome Festlegung alternativer Leistungsbeurteilungen

 

Im Rahmen der Schulautonomie muss die Möglichkeit für den Ersatz von Ziffernnoten durch eine wirkliche Alternative gewährleistet werden. Im Zeugnis darf es „bei alternativer Beurteilung“ kein vierstufiges Kalkül für jedes Kind geben. Es braucht die Information an die Eltern über das Erreichen oder Nichterreichen der Lehrplanziele. Alle differenzierten und individuellen Rückmeldungen über Stärken und Schwächen eines Kindes erfolgen über Gespräche und Lernfortschrittsdokumentationen.

Schulpartnerschaftlich gewünschte Modelle, die eine gemeinsame weitere Beschulung über die 4. Klasse Volksschule hinaus anbieten (inklusiv, mehrstufig, alternativ beurteilt), sollen diese Möglichkeit erhalten.

 

 

 

 

4.  Deutschförderung unbedingt, aber keine Segregation!

 

Ja, zum Erhalt und Ausbau von Deutschförderstunden

Nein, zu zentralistisch verordneten, verpflichtenden, separaten Deutschklassen.

Ja, zur schulautonomen Ermächtigung des Einsatzes zusätzlicher Deutschförderstunden.

Für je zwei Kinder mit Deutsch-Sprachkompetenzniveau A oder B muss mindestens eine zusätzliche Teamlehrer*innenstunde garantiert werden.

 

 

 


 

5.  Für soziale Durchmischung an der Nahtstelle KiGa-Primarstufe

 

Um die soziale Durchmischung der Schüler*innen am Beginn ihrer Schullaufbahn zu verbessern, müssen Maßnahmen zur Durchmischung von Schüler*innen aus verschiedenen sozioökonomischen Milieus – wohnortnah im Grätzl – implementiert werden (z.B. eine gemeinsame Grätzleinschreibung von Schuleinsteiger*innen und erst nachherige Verteilung auf die beteiligten Schulstandorte nach Gesichtspunkten sozioökonomischen Ausgleich).

 

 

 

 

6.  Für den Erhalt der NMS-Teamstunden

 

Solange Kinder ab dem 10. Lebensjahr, speziell in Ballungsräumen, sozial selektiert werden und Eltern private schulische Unterstützung nicht leisten können, sind zusätzliche Lehrer*innenstunden unverzichtbar. Um ein differenziertes Lernangebot bieten zu können, braucht es weitere Teamstunden und keine Einführung von starren verordneten Leistungsgruppen.

 

 

 

 

7.  Volksschule: Zwei Lehrer*innen im Team sowie Ausbau für qualitätsvollen Unterricht in Mehrstufenklassen (MSK)

 

Auf den ersten Schulstufen kann ein*e Lehrer*in pro Klasse die enormen Herausforderungen in der Lern- und Beziehungsarbeit nicht mehr zufriedenstellend realisieren.

Um diese Herausforderungen erfüllen zu können, müssen klassenführende 2er-Lehrer*innenteams an Volksschulen implementiert werden.

Um die pädagogische Qualität der Individualisierung in Mehrstufenklassen aufrecht zu erhalten, müssen Teamlehrer*innenstunden ausgebaut werden.

 

 

 

 

8.  Ausweitung des Ganztagsangebots auch in der Sekundarstufe I

 

Insbesondere sollen neben Landesschulen auch Bundesschulen (die bisher gar keinen Zugriff auf Finanzierungen nach dem Bildungsinvestitionsgesetz haben) von ganztägigen Angeboten profitieren. Diese Unterstützungsmaßnahmen dienen der familiären Entlastung von schulischen Aufgaben. Betroffen sind insbesondere berufstätige Eltern sowie sozioökonomisch benachteiligte Kinder.

In diesem Sinne müssen ganztätige Angebote kostenlos sein, damit die soziale Segregation nicht weiterhin entlang Halbtags- und Ganztagesschule geht. Es braucht massive staatliche Investitionen in den weiteren Ausbau des Ganztagsschulangebots und freien Zugang für alle Eltern bzw. Kinder.

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