Bildungspolitische Fragen zur Nationalratswahl 2017

Schaumonito - Überparteiliches Netzwerk für kindergerechte Schulen

Wir haben den Bildungssprecher*innen Fragen zur künftigen Schulautonomie, der gemeinsamen Schule, Kompetenzverteilungen, Unterstützungspersonal sowie der Inklusion.

 

Schulautonomie – wie geht es weiter?

Haben Sie bzw. Ihre Partei / Liste vor, im Falle einer Regierungsbeteiligung in der kommenden NR-Legislaturperiode den eingeleiteten Prozess in Richtung größerer Schulautonomie fortzusetzen?

Wenn ja, haben Sie bzw. Ihre Partei / Liste hiebei besondere Schwerpunkte, die Ihnen wichtig sind?

Wenn nein, in welche Richtung sollte sich das österreichische Schulsystem entwickeln?

Welche bildungspolitischen Bereiche sind Ihrer Ansicht nach Aufgabe staatlicher Governance und welche können in die Veranwortung standortautonomer Schulentwicklung überantwortet werden?

 

GRÜNE
Ja, denn mit dem im Juni beschlossenen Reformpaket ist zwar der rechtliche Rahmen beschlossen worden, die Umsetzung erfolgt aber in den nächsten Jahren.

Wir brauchen dringend zusätzliche Investitionen im Bildungsbereich, die nach einem Chancenindex vergeben werden sollen. Die Arbeiterkammer rechnet mit einem Bedarf von ca. 300 Mio. € jährlich. Angesichts der steigenden Schülerzahlen halten wir dies für eine eher konservative Schätzung.

Selbstverständlich soll die Autonomie weiter ausgebaut werden. Das Bildungssystem muss sich jedenfalls in Richtung mehr Chancengerechtigkeit, individuelle Förderung und Inklusion entwickeln.

Öffentliche Aufgabe ist die Bereitstellung und Sicherstellung von Ressourcen, um jedem Kind und jedem Jugendlichen in Österreich einen Platz in er öffentlichen Schulen garantieren zu können, der den Ansprüchen auf individuelle Förderung, Chancengerechtigkeit und Anschlussfähigkeit gerecht wird. Ebenso gilt es, Mindeststandards zu definieren, deren Vermittlung von den Bildungseinrichtungen garantiert wird. In welcher Form Schulen diese Ziele erreichen, sowohl in organisatorischer Hinsicht (z.B. Mehrstufenklassen, Kleingruppen, Collegesystem, Vorlesungen – Übungen) als auch in Pädagogischer (z.B. Montessori-Pädagogik, Freiarbeit, Peerlearning usw.) und personeller (z.B. Einsatz von Teamteaching, Auswahl der PädagogInnen, Personalentwicklung, SCHILF, Einsatz externer ExpertInnen) sollen Schulen weitgehend freie Hand haben.

 

Liste PILZ
Selbstverständlich unterstützen wir einen fortschreitenden Prozess in Richtung Schulautonomie und auch in Richtung Autonomie von Pädagogischen Hochschulen, was besonders jetzt, da die PHen – als nachgeordnete Dienstellen – mit den autonomen Universitäten in Verhandlung treten müssen um die gemeinsame Ausbildung ALLER Lehrer_innen zu gewährleisten, ein großer Hemmschuh ist.

Die Schwerpunkte in Richtung Schulautonomie gehen natürlich in Richtung Auswahl der geeigneten Lehrpersonen für die Schule, Schwerpunktbildung mit entsprechenden Lehrplänen und Beurteilungssystemen, auch und vor allem jenseits von Schulnoten.

Staatliche Vorgaben sind notwendig bei grundlegenden Curricula, die aber genügend Spielraum für eben Schwerpunkte und Gestaltung des Unterrichts (Zeitfenster, wann welche Ziele erreicht sein müssen…), sowie dem Grundsatz, dass Schule kostenlos sein muss. Bezüglich Lehrer_innendiestrecht und -besoldung befinden wir uns noch in einem Diskussionsprozess.

 

NEOS
Wer mündige Menschen will, braucht eine mündige Schule. Wir verlangen die volle personelle, finanzielle und pädagogische Autonomie. Wir wollen den Schulleitungen sowie den Pädagog_innen die Freiheit und Verantwortung zur eigenen Umsetzung und Gestaltung geben. Die Politik soll sich lediglich auf verlässliche rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen konzentrieren. Mittelfristig fordern wir ein mutiges und weitreichendes Autonomiemodell, das den Schulen auf freiwilliger Basis zugänglich gemacht wird.

Pädagogische Autonomie bedeutet, dass es, entlang dem Motto „gemeinsames Ziel, vielfältige Wege“, einen einheitlichen Rahmen für alle Schulen gibt. Die Schulen haben die Möglichkeit, eigene pädagogische und didaktische Wege zu gehen und praxistaugliche Antworten für die jeweiligen Herausforderungen zu finden. Ziel ist die mittlere Reife. Sie definiert, was Jugendliche mit 15 können sollen.

Finanzielle Autonomie bringt die freie Schulwahl ohne Schulgeld. Privatschulen erhalten die gleiche Finanzierung wie öffentliche, solange sie sich zur Gemeinnützigkeit verpflichten und kein zusätzliches Schulgeld verlangen. Jeder Schulstandort bekommt sein eigenes Budget in Form einer Pro-Kopf-Finanzierung. Wir fördern die chancengerechte gesellschaftliche Durchmischung in der Schule mit zusätzlichen finanziellen Mitteln und stärken periphere Schulstandorte.

Personelle Autonomie legt die Auswahl und Führung des Personals in die Verantwortung der Schulleitung. Diese ist als Führungskraft neu zu denken und wird maßgeblich durch Mitsprache des Schulgemeinschaftsausschusses vor Ort auf Zeit bestellt. Die Anstellung der Pädagog_innen erfolgt direkt an der Schule bzw. der Trägerorganisation.
Wir fordern:

Die Verbannung des Parteibuches aus der Schule.
Die pädagogische, personelle und finanzielle Autonomie der Schulen.
Die Einführung der „Mittleren Reife“ als gemeinsames Ziel am Ende der Schulpflicht.
Die Umstellung auf eine indexbasierte Pro-Kopf-Finanzierung der Schulstandorte.
Ein neues, einfaches und umfassendes Schulgesetz, das für vollautonome Schulen geeignet ist und alle bisherigen Schulgesetze ablöst.
Die Umwandlung der Schulbehörde in eine Serviceagentur.
Die sofortige Ermöglichung erster autonomer Pionierschulen.
Den flächendeckenden Ausbau der verschränkten Form der Ganztagsschule.

 

SPÖ
Ad. 1) Selbstverständlich, denn unsere Schülerinnen und Schüler haben unterschiedliche Stärken, Talente und Bedürfnisse – jedes Kind und jede Schulgemeinschaft ist einzigartig. Auch das regionale Umfeld der Schulstandorte ist jeweils unterschiedlich. Diesen verschiedenen Anforderungen und Bedürfnissen muss unser Schulsystem Rechnung tragen. Das kann nur gelingen, wenn Pädagoginnen und Pädagogen, Schulleiterinnen und Schulleitern mehr Gestaltungsfreiheit haben. Für das Wohl der Schule brauchen die Pädagoginnen und Pädagogen Freiheiten, um Entscheidungen treffen zu können. Sie wissen am besten, was die Schülerinnen und Schüler brauchen, um sich optimal entwickeln zu können. Mit dem Autonomiepaket wird dieser Gestaltungsspielraum durch pädagogische, organisatorische und personelle Freiräume geschaffen.

Ad. 2+4) Die Kernelemente der Bildungsreform und des Autonomiepakets sind: Die Ausweitung der pädagogischen Gestaltungsspielräume an den Schulstandorten; die Möglichkeit zur Bildung von Schulclustern; die Personalauswahl am Standort, durch die zuständige Schul-/Clusterleitung; die Verbesserung des Qualitätsmanagements, denn maximale Freiheit braucht sorgfältiges Qualitätsmanagement sowie die erweiterte Transparenz durch die Neuordnung der einheitlichen Bildungsbehörde (Bildungsdirektionen).

 

ÖVP
Die besten Entscheidungen sind die, die möglichst nahe an und gemeinsam mit den Betroffenen gefällt werden – auch im Bildungsbereich. Unser Bekenntnis zur Subsidiarität schlägt sich daher auch in einem Bekenntnis zur Schulautonomie nieder. Auch im Pflichtschulbereich haben wir nach der Volksschule ein differenziertes System, das eine Vielfalt von Schulformen zulässt – Gymnasien haben bereits in der Unterstufe die entsprechenden Schwerpunktsetzungen. Daneben gibt es Hauptschulen und Neue Mittelschulen, die ebenso im Rahmen der Schulautonomie individuelle Schwerpunkte, beispielsweise auf Sport oder Musik, setzen können. Auch hier wollen wir die Vielfalt der Schulformen erhalten und uns lieber darauf konzentrieren, die Standards zu vereinheitlichen und die Erfüllung der Mindeststandards in der jeweiligen Schulstufe zu gewährleisten.

 

 

FPÖ
Ad1: Es dürfte bekannt sein, dass das Schulautonomiepaket aus freiheitlicher Sicht nicht zufriedenstellend ist, weshalb wir diesem auch nicht zugestimmt haben. Ein Punkt ist sicher die sehr vage formulierte Autonomie.

Ad2: Autonomie kann nur funktionieren, wenn es eine personelle, pädagogische und finanzielle Autonomie gibt. Begleitend ist ein funktionierendes Bildungscontrolling notwendig.

Ad4: Die Festlegung schulischer Ziele und die Kontrolle darüber, dass diese auch verfolgt und erreicht werden, ist unter anderem Aufgabe staatlicher Governance. Um diese Vorgaben erfüllen zu können müssen seitens des Staates entsprechende rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen geschaffen werden. Durch den unsererseits geforderten Erhalt des differenzierten Schulsystems würden den jeweiligen Schultypen weiterhin die Ausführung innerhalb dieser Rahmenbedingungen obliegen, die je nach Schultyp verschiedene Schwerpunkte und Herangehensweisen zulässt.

 

 

Gemeinsame Schule oder differenziertes Schulsystem

Sind Sie bzw. Ihre Partei / Liste für eine klarere Trennung der SchülerInnen gemäß deren schulischer Leistungen (in verschiedene Schultypen wie Gymnasien versus Mittelschulen, Sonderschulstandorte versus Volks- und Mittelschulen) ODER befürworten Sie bzw. Ihre Partei / Liste einen gemeinsamen, also inklusiven organisatorischen Rahmen für differenziertes Lernen von Kindern und Jugendlichen zwischen 6 – 15 Jahren?

 

GRÜNE
Wir Grüne setzen uns seit Jahren aus Überzeugung für eine Gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen ein. Diese Schule ist selbstverständlich eine Inklusive Schule.

 

Liste PILZ
Wir befürworten uneingeschränkt einen Gemeinsamen Inklusiven organisatorischen Rahmen für differenziertes Lernen von Kindern und Jugendlichen ab dem Kindergarten bis zum Ende der Schulpflicht und darüber hinaus. 

Die Liste Pilz ist für die verschränkte Ganztagsschule als Regelschule. Regelschule meint, dass üblicherweise Ganztagsschulen angeboten werde, es für diejenigen, die das gar nicht wollen auch noch Halbtagsangebote gibt.

Da es für die Einführung der Gesamtschule wohl noch längere Zeit keine Mehrheit geben wird, sollten zuerst einmal die Neuen Mittelschulen als Ganztagsschulen geführt werden. 

Für diese sprechen viele Faktoren z. B. dass es dann keine Hausübungen mehr geben soll, dass Schule, Sport und Freizeitangebote auf den ganzen Tag verteilt (verschränkt) für ALLE Kinder angeboten werden, ebenso wie das Essen in der Schule. Außerdem bietet diese Schule bessere Chancen für die Integration und – last but not least – die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Eltern.

 

NEOS
NEOS warnen davor, die Gesamtschule als Allheilmittel zu sehen. Das wäre eine dumpfe Verlängerung des 100-jährigen Kampfes Gesamtschule Ja/Nein. Die Gemeinsame Schule kann ein wichtiger Hebel für bessere Schule und bessere Lernergebnisse sein. Für das große Ziel  einer mündigen Schule braucht es jedoch weitreichende und tiefgreifende Reformen. Wir fordern daher einmal mehr eine umfassende Schulautonomie. Wer mündige Menschen will, braucht auch mündige Schulen! Es braucht  nicht nur Vielfalt an der Schule, sondern auch Vielfalt unter den Schulen. Um das zu ermöglichen, benötigen wir ein gemeinsames Ziel. Wir fordern in diesem Zusammenhang die Mittlere Reife – die Wege dorthin dürfen und sollen so unterschiedlich sein wie unsere Kinder. Zudem besteht die akute Gefahr, dass die gesellschaftliche Trennlinie zwischen NMS und AHS abgelöst wird von einer Trennlinie zwischen öffentlicher Schule und schulgeldpflichtiger Privatschule. Für Eltern und Schüler muss gelten: Freie Schulwahl ohne Schulgeld. Dazu müssen die Privatschulen mit den öffentlichen Schulen finanziell gleichgestellt werden. Die Chancen der Gemeinsamen Schule sind nur dann größer als ihre Gefahren, wenn die wichtigsten Eckpunkte unseres Schulkonzepts mit abgedeckt sind.

 

SPÖ
Die wesentlichste und prägendste Bildungswegentscheidung im österreichischen Bildungssystem erfolgt im Alter von 10 Jahren. Diese frühe Bildungswegentscheidung wird sowohl von der nationalen Forschung als auch in internationalen Studien regelmäßig kritisiert, da Österreich eines der wenigen Länder ist, in dem diese frühe Segregation erfolgt.

Aus diesem Grund hat sich die SPÖ im Zuge der Bildungsreform-Verhandlungen für die Möglichkeit der Einrichtung von „Modellregionen“ der Gemeinsamen Schule von 6- bis 14-Jahren eingesetzt und diese auch erreicht. Die Gemeinsame Schule bietet für alle 6- bis 14-Jährigen einer Modellregion ein durchgängiges und adäquates Bildungsangebot vor Ort. Sie ermöglicht Schülerinnen und Schülern, die Entscheidung über den weiteren Bildungs- bzw. Berufsweg erst im Alter von 14 Jahren treffen zu können – zu einem Zeitpunkt, zu dem sie ein deutlicheres Bewusstsein hinsichtlich der eigenen Potentiale und Interessen entwickelt haben. Schulautonome Schwerpunktsetzungen tragen dazu bei, dass die SchülerInnen vielfältig interessiert und entsprechend ihrer Talente, Begabungen und persönlichen Interessen gefördert werden.

ÖVP
Aufgabe des Bildungssystems ist es auch, die individuellen Stärken jedes Kindes zu fördern, um seine Persönlichkeit voll auszubilden. Dafür braucht es ein vielfältiges Angebot an Schulformen – sowohl in der Pflichtschule nach der Volksschule als auch bei weiterführenden Schulen. Die individuellen Schwerpunktsetzungen ermöglichen den Kindern Ausbildungswege, die ihren Interessen und Begabungen entsprechen. Wir sollten uns in der Bildungsdiskussion in Zukunft weniger über die Organisationsform als vielmehr über die Inhalte unterhalten. Der internationale Vergleich macht den Erfolg des differenzierten Schulsystems deutlich. Ein Erhalt des Gymnasiums in seiner Langform ist daher aus unserer Sicht sinnvoll und richtig. Die Volkspartei steht für Wahlfreiheit und Chancengerechtigkeit. Das heißt, für jeden das Passende und nicht für alle das Gleiche.

Aber auch wenn die Jugendlichen dann die Pflichtschule verlassen, müssen wir sicherstellen, dass sie die wichtigsten Grundfertigkeiten für das Leben beherrschen. Dazu gehören Fremdsprachen wie auch Digitalkompetenzen.  Die Schulpflicht gilt für uns erst dann als erfüllt, wenn man einen Mindeststandard von Rechnen, Schreiben und Lesen vorweisen kann. Mit der neuen Bildungspflicht zählt nicht mehr das Absitzen der Pflichtschuljahre, sondern die Kompetenzen, die man braucht, um in der Berufs- und Lebenswelt von heute bestehen zu können. Nur so können wir sicherstellen, dass auch alle eine Chance für eine weiterführende Ausbildung haben

 

FPÖ
Wir Freiheitliche treten für den Erhalt eines differenzierten Schulsystems ein, um damit allen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu bieten sich auf Grundlage ihrer individuellen Fähigkeiten und Ansprüche für die optimale Ausbildungsform zu entscheiden.

 

Kompetenzen des Schulstandortes vs. zentrale Behörde

Sind Sie bzw. Ihre Partei / Liste der Meinung, dass die Frage, ob und in welcher Form und – wenn in eigenen Klassen – wie lange SchülerInnen mit keinen oder geringen Deutsch-Kenntnissen beschult werden, von einer zentralen Behörde (Bildungsministerium, Bildungsdirektionen) festgelegt wird oder trauen Sie den einzelnen Schulstandorten zu, die beste Form der Hereinführung solcher SchülerInnen in die Schulgemeinschaft und das Lerngeschehen selbst, also autonom vor Ort festzulegen?

 

GRÜNE
Die Herausforderungen durch SchülerInnen mit Defiziten in Unterrichtssprache sind so unterschiedlich und hängen stark von einer Vielzahl von Faktoren ab, dass es sinnvoll ist, die Entscheidung über die Form der Sprachförderung weitestgehend den Schulen zu überlassen. Die wissenschaftliche Forschung auf diesem Gebiet empfiehlt möglichst ein integratives Setting und nur ausnahmsweise und vorübergehend Sprachunterricht in separierten Settings (ausgenommen zusätzliche Sprachförderung). Aufgabe der Politik ist es, die nötigen rechtlichen Rahmenbedingungen und finanziellen Mittel dafür bereitzustellen. Als Modell bietet sich das seit Jahren erfolgreich in Deutschland angewandte System FörMig an.

 

Liste PILZ
Grundsätzlich sollte die Schule die geeignete „Beschulung“ von Kindern mit nichtdeutscher Erstsprache selbst festlegen können. Jede Schule hat dafür ein eigenen Konzept zu entwickeln, das auch öffentlich gemacht wird. Eine Stelle im BMB – oder im Auftrag des BMB sollte diese Konzepte sammeln und good practise Beispiele, Expertise und Expert_innen zur Verfügung stellen um die Schulen und Schulstandorte bei dieser Aufgabe zu unterstützen.

 

NEOS
An die Stelle der Schulbehörden und Schulinspektor_innen tritt ein Bildungsservice, das Schulen – und auch Kindergärten und andere elementarpädagogische Einrichtungen – bei der Qualitätsentwicklung und -sicherung unterstützt. Es bietet helfende und beratende Qualitätssicherung anstelle bürokratischer Bevormundung. Das Bildungsservice ist eine Einrichtung des Bundes, die regional organisiert ist. Die Bildungsregionen werden so definiert, dass in jeder Region das gesamte Spektrum an Schulen und elementarpädagogischen Einrichtungen abgedeckt ist. Denkbar sind etwa Bildungsregionen in der Größe mehrerer Bezirke. Sie sind nicht von der politischen Landkarte abgeleitet und werden ausschließlich nach bildungsrelevanten Kriterien gebildet. Das Bildungsservice stärkt die Kooperation und Vernetzung zwischen den Schulen: Der Gewinn von Gestaltungsfreiheit für die einzelne Schule soll nicht mit dem Verlust von Solidarität und Gemeinschaftssinn verbunden sein. Im Gegenteil: Die Vielfalt pädagogischer Konzepte und standortspezifischer Profilierungen soll als Mehrwert begriffen und das Voneinander-Lernen schulübergreifend forciert werden. Schulautonomie soll zugleich den Wettbewerb UND die Kooperation zwischen Schulen positiv stimulieren und damit eine Qualitätsspirale nach oben einleiten. Es ist Aufgabe der Qualitätsmanager_innen im Bildungsservice, die Kooperation durch intensiven Austausch zwischen den einzelnen Schulen zu fördern.

 

SPÖ
Mit der Schulautonomie wird den Schulstandorten zukünftig deutlich mehr Gestaltungsraum und Verantwortung zukommen. Das ist auch berechtigt, denn die Schulleitungen und PädagogInnen vor Ort wissen am besten was ihre Schülerinnen und Schüler brauchen und wie sie sie ideal unterstützen können. In diesem Sinne soll es wie bisher die Möglichkeit geben ao. Schülerinnen und Schüler in eigenen Gruppen („Sprachstartgruppen“) ODER integrativ („Sprachförderkurs“) unterrichten zu können. Der getrennte Unterricht für Kinder, die noch nicht ausreichend Deutsch können, ist seit dem Schuljahr 2016/17 möglich. Über diese getrennte Beschulung in sogenannten Sprachstartgruppen entscheidet der Schulstandort autonom, abhängig von der Anzahl der Kinder, dem Sprachstand und dem jeweiligen Alter. Hier besuchen sie gemeinsam mit den anderen Schülerinnen und Schülern jene Fächer, die nach keinem bzw. nur geringem sprachlichem Vorwissen verlangen, wie z.B. kreative Fächer oder Sport und Bewegung. Trotz dieser temporären Trennung bleibt der wichtige Klassenverband erhalten.

 

ÖVP
Ein Viertel aller Schülerinnen und Schüler im österreichischen Schulsystem spricht heutzutage zuhause nicht mehr Deutsch als Umgangssprache. Fehlende Deutschkenntnisse dürfen nicht dazu führen, dass einzelne Schülerinnen und Schüler sich selbst und die anderen vom Fortschritt im Unterricht abhalten. Deswegen soll zur Schulreife auch „das ausreichende Beherrschen der deutschen Sprache, um dem Unterricht folgen zu können“ gehören. Schülerinnen und Schüler, die diese Anforderung nicht erfüllen, sollen in eigenen Deutschförderklassen unterrichtet werden.

Wir brauchen eigene Klassen, die nur darauf fokussiert sind, den Schülerinnen und Schülern die deutsche Sprache beizubringen. Erst wenn die Kinder ausreichende Sprachkenntnisse haben, sollen sie in den Regelschulbetrieb eingeschult werden. Dabei geht es aber eben nicht um Ausgrenzung, denn die Klassen sollen wie Vorschulklassen parallel an normalen Volksschulen geführt werden, so dass es auch zu Austausch mit den anderen Schülerinnen und Schülern kommt. Damit das möglich wird, schlagen wir vor, dass im Schulpflichtgesetz § 6 als ein Kriterium für die Schulreife „das ausreichende Beherrschen der deutschen Sprache, um dem Unterricht folgen zu können“ hinzugefügt wird. Kinder, die dieses Kriterium nicht erfüllen, sind automatisch in Deutschförderklassen zu unterrichten – egal welches Alter sie haben.

 

FPÖ
Grundsätzlich muss es bestimmte Standards geben, die alle Schüler zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllen müssen, um die Qualität der Bildung zu erhalten und im besten Fall weiter zu steigern. Dazu gehört unter anderem die Kenntnis der Unterrichtssprache Deutsch, die bereits vor dem Eintritt in den Regelunterricht gegeben sein muss. Man muss allerdings bedenken, dass die mangelnden Deutschkenntnisse nicht an allen Schulstandorten im selben Maße vorhanden sind, weshalb es hier ein Zusammenspiel der Hierarchien geben muss. Schulstandorte müssen dafür sorgen, dass Deutschkenntnisse ausreichend gelehrt werden und die zuständige Behörde muss die entsprechende Infrastruktur dafür organisieren. Nicht an allen Schulen werden diesbezüglich dieselben Maßnahmen nötig sein, wichtig ist es allerdings einen gemeinsamen Standard bei der Kenntnis der Unterrichtssprache zu erlangen.

 

Frage zu Assisentzlehrer*innen und Unterstützungspersonal

Unterstützen Sie bzw. Ihre Partei / Liste die Initiative, dass jede volle Volksschulklasse (= 25 SchülerInnen), die sich auf Basis der neuen gesetzlichen Möglichkeiten schulautonom für ein mehrstufiges Lernsetting auf den Stufen 1 – 3 entscheidet, eine/n AssistenzlehrerIn garantiert bekommt?

Unterstützen Sie bzw. Ihre Partei / Liste die Initiative, dass jede Volksschulklasse, in der 50% oder mehr der SchülerInnen eine nicht-deutsche Muttersprache haben, eine/n AssistenzlehrerIn garantiert bekommt?

 

GRÜNE
Nur 920 der 17.400 Volksschulklassen in Österreich hatten im Schuljahr 2015/16 25 oder mehr SchülerInnen. Daher nein, denn eine solche Maßnahme würde nur wenigen Klassen zugutekommen. Die durchschnittliche Klassengröße in österreichischen Volksschulen liegt bei ca. 18 Schülerinnen und Schülern. Die Bereitstellung zusätzlicher Lehrkräfte soll sich an der Schülerzahl, der Organisationsform, der Schulgröße und an einem Chancenindex bemessen. Ob dieser dann für den Teamlehrkräfteeinsatz in Mehrstufenklassen, Gruppenteilungen oder andere Maßnahmen eingesetzt wird, kann schulautonom entscheiden werden.

Von der Muttersprache eines Schülers/einer Schülerin kann nicht auf Defizite in der Unterrichtssprache geschlossen werden. Wir Grüne fordern einen individuellen Rechtsanspruch auf eine bedarfsgerechte und durchgängige Sprachförderung für alle Schülerinnen und Schüler, die Defizite in der Unterrichtssprache haben, unabhängig von der Muttersprache, Umgangssprache oder anderer Umstände wie zum Beispiele mangelnder sprachlicher Förderung im Kleinkindalter, Hörbehinderungen oder andere.

 

Liste PILZ
Diese Frage ist eindeutig mit JA zu beantworten. Für dieses Unterstützungspersonal (auch außerschulische Personen (z. B. die Sprachhelfer_innen bei AKZENTE Salzburg http://www.akzente.net/fachbereiche/sprachhilfe/) sind Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen an den Pädagogischen Hochschulen anzubieten.

 

NEOS
Momentan werden Lehrer_innen in der Ausübung ihres Berufes umfassend reglementiert und mitunter parteipolitisch beeinflusst. Wir wollen mehr Wertschätzung für die Rolle der Lehrperson. Sie sind „Bildungsexpert_innen der Praxis“, die eigenverantwortlich Entscheidungen treffen sollen und müssen. Im Zentrum einer gelingenden Schule steht ein differenziertes Berufsbild und mehr Freiheit und Verantwortung.

Das Lehramtsstudium soll dafür mit einem vielschichtigen, selektiven Aufnahmeverfahren ausgestattet werden. Dieses zielt verstärkt auf soziale Kompetenzen ab. Um die bestmöglichen Expert_innen aus der Praxis zu gewinnen, bedarf es eines flexibleren Gehaltssystems, das sich an den branchenüblichen Gehaltsniveaus orientieren kann.

In Zusammenarbeit mit dem AMS sollen Wege eröffnet werden, die ermöglichen, dass man aus dem Lehrer_innenberuf in andere Berufe umzusteigen kann. Berufliche Veränderung darf nicht als Scheitern verstanden werden und der Eintritt in den Lehrer_innenberuf nicht als Einbahnstraße. Das Lehrer_innendienstrecht ist zudem weder zeitgemäß noch funktional. NEOS stehen für die Einführung eines bundesweiten Rahmenkollektivvertrages für alle Mitarbeiter_innen (nicht nur Lehrer_innen) an den Schulen.
Wir fordern:

Die Aufwertung des Berufsimages der Lehrer_innen und Stärkung des Professionsverständnisses.
Eine Lehrer_innen Recruiting-Offensive mit dem Motto: „Die Besten für den wichtigsten Beruf“.
Die Förderung des Quereinstiegs von berufserfahrenen Akademiker_innen.
Die Ermöglichung des Umstiegs für Lehrer_innen in andere Berufe.
Die Unterstützung der Lehrer_innen mit Supportpersonal.
Die Abschaffung des Lehrer_innendienstrechts und Einführung eines Rahmenkollektivvertrages.

 

SPÖ
Ad. 1) Mit der Bildungsreform wurde bereits beschlossen, dass beim Zusammenschluss, sprich Clusterbildung von Pflichtschulen, bisherige Einrechnungen für Schulleitungen direkt in Verwaltungsressourcen umgewandelt werden können. Somit werden die Schulleitungen und PädagogInnen von administrativen Tätigkeiten entlastet, und können sich wieder ihren Kernaufgaben widmen. Zudem hat die SPÖ erreicht, dass im Zuge der Beschäftigungsaktion 20.000 insgesamt 3.300 (3.000 davon für den Pflichtschulbereich) Stellen an Schule, als administratives Unterstützungspersonal, bereitgestellt werden.

Ad. 2) Die Mittel für die Sprachförderung (Integrationstopf I und II) werden effizient eingesetzt. Ca. 38.500 Schülerinnen und Schüler erhalten im Schuljahr 2016/17 intensive Sprachförderung. Dafür werden im Pflichtschulbereich 850 Planstellen zur Verfügung gestellt.

Darüber hinaus fordert die SPÖ 5.000 zusätzliche LehrerInnen an Schulen mit besonderen Herausforderungen. Der Schwerpunkt wird auf den sensiblen Bereich der Volksschule gelegt, denn Defizite die dort nicht adressiert werden können oft über die gesamte Bildungslaufbahn hinweg nicht mehr aufgeholt werden. Die zusätzlichen PädagogInnen sollen gezielt nach dem Chancenindex verteilt werden.

ÖVP
s.o.

Darüber hinaus schlagen wir vor, etwa zum eigene Taskforces von erfahrenen Lehrerinnen und Lehrern bilden, die – im Rahmen von Projekten oder über zeitlich begrenzte Transfers –  Problemschulen und Schulen, die im Benchmarking schlecht abschneiden, helfen, den Turn-around zu schaffen.

 

FPÖ
Im Autonomiemodell der FPÖ, das auch eine personelle und finanzielle Komponente hat, ist das am Standort zu entscheiden.

Frage zur Inklusion

Wie stehen Sie bzw. Ihre Partei / Liste zur Inklusion von Schüler*innen mit besonderen Bedürfnissen bzw. erhöhtem Förderbedarf in die Regelschule? Welche Rahmenbedingungen halten Sie für nötig?

 

GRÜNE
Selbstverständliche ist es unser Ziel, ein inklusives Bildungssystem in Österreich zu schaffen. Menschen mit Behinderungen haben ein Recht auf Zugang zu Bildung und Teilhabe am Sozialraum der Bildungseinrichtungen (Stichwort: Gemeinsam voneinander lernen), welches nicht umsonst in der UN-Behindertenrechtskonvention festgeschrieben wird. Südtirol zeigt seit 40 Jahren, wie Inklusion gelingen kann. Auch in Österreich gibt es erste Schritte in diese Richtung. Wir Grüne setzen uns massiv dafür ein, dass alle Kinder und Jugendliche und auch Erwachsene mit Behinderungen einen gleichberechtigten Zugang und jede notwendige Unterstützung erhalten, um am gesellschaftlichen teilzuhaben und ihre individuellen Bildungsziele zu erreichen.

 

Liste PILZ
Inklusion geht von den Bedürfnissen jedes Menschen aus und erhebt den Anspruch Antworten auf die gesamte Vielfalt von Kindern und Jugendlichen zu finden. Inklusive Bildung ist auf die gesamte Diversität bezogen und befasst sich somit mit Frage der Beeinträchtigung, mit Migrationserfahrungen, Geschlechterfragen, der sozialen Herkunft von Kindern, der sexuellen Orientierung unterschiedlicher kultureller oder religiöser Herkunft. 

In diesem Zusammenghang ist uns das Thema Genderkompetenz besonders bedeutsam.

Genderkompetenz hat zum Ziel auf allen Ebenen des Bildungsbereiches Rollenklischees bewusst zu machen, ihre Entwicklung und Funktion zu analysieren, Potenziale zu erkennen, von einander zu lernen und durch geeignete Instrumente das Spektrum von Lebensentwürfen und Chancen für alle Geschlechter zu erweitern. Vor dem Hintergrund jeweils historischer und politischer Ausformungen der Gesellschaft ist die Reflexion der Alltagstheorien über Geschlechter sowie die Beschäftigung mit wissenschaftlichen Geschlechtertheorien, aber auch die fachdidaktische Auseinandersetzung mit dem Thema für alle Lehrerinnen und Lehrer bedeutsam.

Die Schule MUSS die entsprechenden Ressourcen (Lehrer_innen, Psycholog_innen, Freizeitpädagog_innen….Zeit und Räume zur Verfügung stellen damit ALLE Kinder und Jugendlichen entsprechend ihrer Fähigkeiten, Kompetenzen und Träume gefördert und auch gefordert werden können.

 

NEOS
Kürzlich ist ein Artikel von Matthias Strolz in der Presse erschienen http://diepresse.com/home/bildung/schule/5180969/Matthias-Strolz_Mehr-Kinder-sollen-Sonderschulen-besuchen , in dem M. Strolz klar macht, dass wir das Ziel „Vollinklusion bis 2020“ und damit Abschaffung aller Sonderschulen bis 2020 nicht für realistisch halten, aufgrund der aktuellen Situation sogar für geradezu verantwortungslos, weil die Regierung und die Bundesländer größtenteils die Folgelösungen schuldig bleibt. Hier die wichtigsten Punkte aus meiner Sicht, die wir auch in direkten Gesprächen mit BM Hammerschmid mit Nachdruck deponiert haben:

o Unser Ziel: Vollinklusion bis 2022. Auch das geht nur, wenn die Regierung nun einen detaillierten Plan vorlegt und dabei die bestehende Infrastruktur der Sonderschulen optimal nutzt. Also Umbau der Sonderschulen in Regelschulen mit inklusivem Schwerpunkt, nicht fantasielose Schließung eben dieser.

o Die Regierung ist zu spät dran, volle Inklusion bis 2020 geht sich nicht mehr aus. Wenn dieses Projekt jetzt durchgedrückt wird, passiert das auf dem Rücken der Kinder und Eltern -> Es braucht einen realistischen Plan bis 2022.

o Bisher gibt nur drei inklusive Modellregionen in Steiermark, Kärnten und Tirol. Roll out (falls überhaupt schon möglich) geht sich so nicht aus. Insgesamt ist kein Plan der Bundesregierung erkennbar!

Unsere Forderungen:

Früher beginnen, elementare Bildungseinrichtungen umfassend einbinden. Es braucht durchgängige und individuelle Förderkonzepte, die bereits in den ersten Bildungseinrichtungen wurzelt -> einheitliches Konzept / Finanzierung österreichweit

Öffnung der Sonderschulen für das Regelschulwesen.

Wir haben dazu auch eine Enquete(in Wien) veranstaltet. Zudem gab es ein „Barcamp Inklusion“. Hier sind gemeinsam mit den Betroffenen folgende Anträge entstanden, die leider von der Regierungsparteien vertagt wurden.:

o Ermöglichung individueller Förderkonzepte für Schüler_innen (2208/A(E))

o Unterstützungsmaßnahmen für Lehrer_innen im inklusiven Schulumfeld (2206/A(E))

 

SPÖ
Als SPÖ bekennen wir uns zur Chancengleichheit für alle Schülerinnen und Schüler. Die schulische Förderung der Selbstbestimmung, insbesondere für Schüler/innen mit Behinderungen/Benachteiligungen, ist uns ein besonderes Anliegen.

Eine wesentliche Zielsetzung eines inklusiven Schulsystems ist der Abbau von

Bildungsbarrieren und somit die Erhöhung der Chancengerechtigkeit. Eine Schule für alle soll jedes Kind mit seinen Bedürfnissen in den Mittelpunkt stellen und optimal innerhalb der Schulgemeinschaft fördern und fordern.

Statt der Zuspitzung „Sonderschule beibehalten oder abschaffen?“ gilt es, sich verstärkt auf die pädagogische Qualität zu konzentrieren. Die Praxis der Inklusion kennt dafür viele Varianten – vom gemeinsamen Unterricht für alle bis zur Arbeit in kleinen Gruppen, von maßgeschneiderter Unterstützung beim Erlernen der Unterrichtssprache bis hin zu Phasen der Eins-zu-eins-Betreuung durch speziell ausgebildetes Personal.

Erklärtes Ziel ist es, dass die Weiterentwicklung der pädagogischen Qualität der Inklusion auch in Österreich dazu führen wird, dass Sonderschulen schließlich nicht mehr gebraucht werden – so wie das etwa in Südtirol seit vielen Jahren der Fall ist.

 

ÖVP
Menschen mit Behinderungen sind eine Bereicherung für die Gesellschaft und müssen auch dementsprechend an ihr teilhaben können. Wir wollen keine Gesellschaft, die Menschen mit Behinderung verdrängt, diskriminiert, ausschließt oder selektiert. Wie sehen für jeden Menschen eine Aufgabe: in der Familie, in der Nachbarschaft, im Beruf, im Verein und in anderem ehrenamtlichen Engagement. Daher wollen wir ein klares Signal in unserem Rechtssystem setzen und die Menschenwürde in der Verfassung verankern.

Die Inklusion von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf schreitet kontinuierlich voran und wird von uns grundsätzlich unterstützt. Der Nationale Aktionsplan Behinderung 2012-2020 sieht die Etablierung inklusiver Modellregionen vor, in denen gemeinsame Schulen unter Einbeziehung der sozialen und gemeindenahen Infrastruktur umgesetzt werden sollen. Solche Modellregionen gibt es derzeit in Tirol, Kärnten und der Steiermark, mit jeweils anderen Schwerpunkten. Wir sind davon überzeugt, dass sich inklusive Schulmodelle österreichweit etablieren werden.

Auf der anderen Seite wollen wir die Wahlfreiheit der Eltern – nach einer umfassenden und objektiven Beratung der Schulbehörden – wahren. Wenn es dem Kindswohl und den Interessen der Eltern besser entspricht, sollen Kinder mit Sonderpädagogischem Förderbedarf auch weiterhin in dafür speziell ausgestatteten Einrichtungen betreut werden können.

 

FPÖ
Auch beim Thema Inklusion sprechen wir Freiheitliche uns für die Wahlfreiheit von betroffenen Eltern und Schülern aus. Es muss sichergestellt werden, dass Schüler mit besonderen Bedürfnissen die bestmögliche Betreuung erhalten. Die Inklusion ist diesbezüglich allerdings nicht immer die passende Variante, da diese Schulform in der Praxis oft nicht hält was sie verspricht. Deshalb fordern wir den Erhalt von Sonderschulen um ein breites schulisches Angebot zu bieten, welches individuellen Anforderungen und Bedürfnissen entspricht.

 

 

Schaumonito - Überparteiliches Netzwerk für kindergerechte Schulen

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