Appell an Frau BMin Sonja Hammerschmid (Nov.2016)

Appell an Frau BMin Sonja Hammerschmid (Nov.2016)

Eine alternative Leistungsbeschreibung braucht keine Ziffernnoten!

Appell an Frau Bildungsministerin Sonja Hammerschmid

zum Entwurf der Verordnung zur Leistungsbeurteilung und zu Zeugnisformularen

Kein Sitzenbleiben bis 3.Klasse Volksschule – JA! Altersgemischte Lerngruppen – JA!

Alternative Leistungsbeschreibung – JA!

Und zwar zugunsten von Individualisierung und Inklusion (ohne Ziffernnoten durch die Hintertür)!

Sehr geehrte Frau Bundesministerin!

Für die ersten drei Schulstufen braucht eine alternative Leistungsbeschreibung, die diesen Namen verdient, verpflichtende und regelmäßige Gespräche mit Eltern und Kind, eine gute Begleitdokumentation und am Ende jedes Schuljahres eine verbindliche schriftliche Bestätigung über die absolvierte Schulstufe.

Eine alternative Leistungsbeschreibung braucht keine Ziffernnoten – diese sind jedoch in der Verordnung vorgesehen!

Die Ziffernnoten dieses Entwurfs verstecken sich in fünf standardisierten Sätzen, die eine Beschreibung der Noten mit Worten sind, laut Verordnung sogar sein müssen! Und diese 5-stufige Bewertung ist für jedes Kind für alle Gegenstände vom ersten Schuljahr an und in jedem Semester vorzunehmen!

Seit Jahrzehnten bemühen sich tausende LehrerInnen und FreizeitpädagogInnen um eine individuelle Lernförderung und inklusive Stärkung des Selbstwertgefühls in Kombination mit einer auf das jeweilige Kind und seine Lernfortschritte bezogenen Leistungsrückmeldung – an unzähligen öffentlichen Volks- und Sonderschulen ebenso wie in vielen privat organisierten Schulprojekten. Die vorgesehene Verordnung entwertet all diese Bemühungen und ist ein Rückfall in eine Pädagogik, die auf Mängel und Defizite der Kinder fokussiert. Aus unserer Sicht sind im Grundschulbereich Ziffernnoten oder deren Umschreibung im Hinblick auf die Schullaufbahnsteuerung und die Förderung der Kinder weder notwendig noch zielführend.

Darüberhinaus sind die Noten oder deren Umschreibung im Hinblick auf die Berechtigung zum Aufsteigen in die nächste Schulstufe durch die Abschaffung der Klassenwiederholung vollends überflüssig.

Eine alternative Leistungsbeschreibung und damit eng korrespondierende nachhaltige Individualisierung im Schulalltag muss auch in Zukunft den wichtigsten Gütekriterien der bisherigen zahlreichen Schulversuche (wie zum Beispiel Kommentierte Direkte Leistungsvorlage, Pensenbuch, Lernfortschrittsdokumentation) genügen.

Dem Verordnungsentwurf zufolge gibt es nur mehr die Wahl zwischen unkommentierten und kommentierten Ziffernnoten. Das steht in krassem Gegensatz zur Schulautonomie und bedeutet de facto eine Abschaffung aller alternativen Beurteilungsformen!

 

Wir bitten um Ihr Gehör und Ihr Verständnis! BITTE ÄNDERN SIE DIESE VERORDNUNG!

14. November 2016

ErstunterzeichnerInnen – betroffene SchulleiterInnen und PädagogInnen:

Josef Reichmayr, Karina Tranninger, Christiana Pock-Rosei, Ingrid Teufel (Wien) Thomas Stern (Kärnten)

Angelika Bauer, Martha Caballero (Vorarlberg) Irene Moser, Christian Leitich, Karla Sommerauer (Salzburg)

Christian Kiss, Else Kiss (Burgenland) Karl Heinz Pohler (Tirol) Johannes Leeb (Oberösterreich)

 

 

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